Overlays machen nicht barrierefrei.


Overlay-Plugins für Barrierefreiheit – also Tools, die eine „Zugänglichkeits-Schicht“ über eine bestehende Website legen – sind in der Barrierefreiheits-Community oft kritisch gesehen. Sie versprechen zwar schnelle und einfache Barrierefreiheit, bringen jedoch zahlreiche Probleme und Einschränkungen mit sich.

Mangel an echter Barrierefreiheit

Overlay-Plugins beheben oft nur kosmetische oder oberflächliche Probleme und ignorieren grundlegende strukturelle Barrieren, die den Zugang erschweren. Statt die Website tatsächlich zugänglich zu machen, maskieren sie nur einige Mängel. Barrierefreiheit erfordert jedoch eine durchdachte und strukturierte Umsetzung im Code der Website selbst.

Negative Nutzererfahrung

Über 880 Expert:innen haben sich bereits ausgesprochen. Sie sagen unter anderem folgendes:

Making a webpage accessible does take work, and simply telling a business they can install your plugin is absolutely foolish, you build, and design accessibility in to a webpage using WCAG standards.

Das ist mehr als eindeutig. Hier findest du weitere Zitate

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Kompatibilitätsprobleme mit assistiven Technologien

Overlay-Plugins stehen oft in Konflikt mit gängigen assistiven Technologien wie Screenreadern. Diese Plugins ändern das Verhalten und die Darstellung der Seite dynamisch, was Screenreader oft verwirrt und zur Fehldarstellung führt. Nutzer erleben dann Inkonsistenzen, die die Seite oft noch schwerer zugänglich machen, als sie es ohne das Overlay wäre.

Oft können sie keine komplexen Interaktionsprobleme beheben, wie etwa unzugängliche Dropdown-Menüs, Formulare ohne Labels oder Navigationen, die für Screenreader nicht lesbar sind. Diese komplexen Herausforderungen erfordern spezifische Code-Anpassungen und Designentscheidungen, die ein Overlay nicht leisten kann.

FeatureAccessibility Notes
Insert LinkUse with caution – Must follow all standards for creating accessible links
Insert ImageUse with caution – Must follow all standards for creating accessible images
Advanced EditorUse with caution – Must follow all standards for creating accessible text
Combine/MergeNo – Do not use in table

Keine Kompatibilitätsprobleme in PC Games

Auch PC-Spiele kämpfen mit erheblichen Barrierefreiheitsproblemen, die viele Spieler ausschließen oder den Zugang erheblich erschweren. Eine der größten Herausforderungen ist die mangelnde Unterstützung für assistive Technologien wie Screenreader oder Sprachausgabe-Tools. Da die meisten Spiele diese Technologien nicht unterstützen, haben blinde oder sehbehinderte Spieler oft Schwierigkeiten, wichtige Informationen zu erfassen.

Hinzu kommt, dass viele Spiele nur begrenzte Anpassungsmöglichkeiten für die Steuerung bieten. Für Spieler mit motorischen Einschränkungen ist es jedoch entscheidend, die Tastenbelegung frei wählen und alternative Eingabegeräte nutzen zu können. Ohne diese Flexibilität werden grundlegende Spielaktionen für viele unzugänglich.

Auch bei visuellen Barrieren gibt es oft Mängel: Spieler mit Farbsehschwächen oder eingeschränktem Kontrastsehen stoßen auf Schwierigkeiten, besonders wenn wichtige Informationen farbcodiert sind. Viele Spiele bieten keine Farbfilter oder kontrastreiche Modi an, die die Lesbarkeit verbessern könnten. Eine ähnlich große Herausforderung stellen komplexe Menüs und kleine Texte dar, die ohne Anpassungsoptionen schwer lesbar sind, insbesondere für Menschen mit Seh- oder kognitiven Einschränkungen.

Zusammenfassung

  • Oberflächliche Korrekturen: Overlays beheben meist nur kosmetische Mängel und überdecken strukturelle Barrieren.
  • Inkompatibilität: Konflikte mit assistiven Technologien, z. B. Screenreadern, die zur Fehldarstellung führen.
  • Eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten: Overlays bieten Standardoptionen, die oft nicht den spezifischen Bedürfnissen aller Nutzer entsprechen.
  • Sicherheits- und Datenschutzrisiken: Übertragen oft Nutzerdaten an Drittanbieter, was Sicherheitsbedenken aufwirft.
  • Falsche Sicherheitswahrnehmung: Website-Betreiber könnten fälschlicherweise glauben, dass ihre Seite vollständig barrierefrei ist.
  • Negative Nutzererfahrung: Pop-ups und längere Ladezeiten stören alle Nutzer, einschließlich Menschen mit Behinderungen.
  • Keine nachhaltige Lösung: Barrierefreiheit sollte in das Grunddesign integriert sein, statt durch temporäre Lösungen überlagert zu werden.
  • Unzureichend für komplexe Interaktionsprobleme: Overlays können keine anspruchsvollen Barrierefreiheitsprobleme wie Formulare und Navigation lösen.

Über Fabian Scholz

Fabian Scholz Keynote Speaker

Seit 2011 gebe ich Workshops und bin als Speaker für verschiedene Formate unterwegs. Menschen begeistern und Wissen zu teilen ist mir ein großes Anliegen und treibt mich jeden Tag an meine Keynotes weiter zu verbessern. Wissen kann in meinen Augen gut über die Person und den Faktor Entertainment transportiert werden.

Um hier alles aus mir herauszuholen, nehme ich Speakertrainings, Gesangs- und Schauspielunterricht und spreche mit Writern von Satiremagazinen. Alles damit die Zuhöhrer:innen ein rundum geiles Paket erhalten.


Kommentare

Ein Kommentar zu „Overlays machen nicht barrierefrei.“

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